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Milben im Bett: Einfache Mittel gegen Hausmilben

Morgens nach dem Aufstehen werden zunächst die Betten gemacht. Noch vor dem Frühstück wird meist die Bettdecke sorgfältig glatt gezogen und die Tagesdecke darüber gebreitet. Dabei ist Bettenmachen alles andere als gesund. Britische Forscher fanden jetzt heraus, dass ordentlich gemachte Betten sogar Krankheiten auslösen können! Im Gegensatz dazu schützen ungemachte Betten die Gesundheit.

Juckende Augen, Hautrötungen, laufende Nasen und Asthma-Anfälle zählen zu den Symptomen, die von Hausstaubmilben verursacht werden. Die winzigen Tierchen besiedeln Kissen, Bettzeug und Matratzen. Milben ernähren sich von menschlichen Hautschuppen und sind auch in Teppichen und Kuscheltieren zu finden. Sie lieben ein feuchtwarmes Klima und halten sich deshalb bevorzugt in Betten auf. Um dich vor Hausstaubmilben zu schützen, solltest du auf das Bettenmachen sofort nach dem Aufstehen verzichten. Stattdessen ist es sinnvoll, die Betten aufgeschlagen zu lassen, damit die Feuchtigkeit entweicht. Im Grunde genommen sind Hausstaubmilben vollkommen harmlos. Die winzigen Spinnentierchen übertragen selbst keine Krankheiten, aber der Milbenkot kann Allergien auslösen. In Deutschland leiden mehr als 4,5 Millionen Menschen an einer Hausstauballergie.

Feuchtwarmes Klima begünstigt Milbenbefall

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Hausstaubmilben im Bett können nicht verhindert werden. Auch durch gründliches Putzen und regelmäßiges Wechseln der Bettwäsche gelingt es nicht, sie zu vertreiben. Weltweit gibt es sogar 150 unterschiedliche Gattungen von Hausstaubmilben. In der medizinischen Fachsprache werden sie als Dermatophagoides oder Hautfresser bezeichnet. Die Mini-Spinnentiere sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, da sie nur circa 0,1 bis 0,5 Millimeter groß sind. Die Lebenserwartung einer Milbe beträgt rund einen Monat. Während dieser Zeit ernährt sich die Hausmilbe hauptsächlich von Hautschuppen. In Betten findet die Hausstaubmilbe den für sie idealen Lebensraum vor. Unter der Bettdecke ist es kuschelig warm. Außerdem lieben Hausstaubmilben das feuchte Klima. Da jeder Mensch im Schlaf über den Schweiß und die Atemluft circa einen halben Liter Wasser abgibt, herrscht im Schlafzimmer eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad und Luftfeuchtigkeits-Werten von 70 bis 80 Prozent vermehren sich die Milben rasant. Als Nahrung benötigen sie nur Hautschuppen. Ein Erwachsener verliert jeden Tag circa 1,5 Gramm Hautschuppen, von denen sich eine Unmenge an Milben ernähren kann.

Eine Hausstauballergie entsteht allerdings nicht durch den Kontakt mit den Milben, sondern durch deren Kot. Bestimmte Eiweißbestandteile im Milben-Kot können bei empfindlichen Menschen Allergien hervorrufen. Eine einzige Hausstaubmilbe produziert jeden Tag bis zu zwanzig Kotkügelchen. Der Milben-Kot zählt zu den häufigsten Auslösern allergischer Reaktionen. Nachdem der Kot getrocknet ist, zerfallen die Bestandteile in kleinste Staubpartikel. Diese gelangen in die Raumluft und werden vom Menschen eingeatmet. Ein Gramm Hausstaub enthält circa 250.000 Kotkügelchen. Milben-Kot in der Bettwäsche, im Nachthemd, Schlafanzug oder in Kuscheltieren kann nur abgetötet werden, wenn die Textilien bei mindestens 60 Grad für eine Stunde in der Waschmaschine gewaschen werden. Alternativ kannst du deine Kissen- und Bettbezüge auch in die Tiefkühltruhe legen und dort mindestens 24 Stunden aufbewahren, bevor du sie wieder benutzt.
Wirksame Mittel gegen Hausmilben

Gegen Hausmilben gibt es wirksame Mittel. Die meisten sind einfach anzuwenden. Wenn du morgens aufstehst, solltest du zunächst Bettzeug und Matratze lüften. Ziehe dich möglichst nicht im Schlafzimmer an und aus, sondern nutze das Badezimmer oder einen anderen Raum zum Wechseln deiner Kleidung. Getragene Wäsche oder Schuhe solltest du nicht in deinem Schlafraum aufbewahren. Dadurch gelangen zusätzlich Pollen und Staub ins Zimmer, wodurch die Ausbreitung von Hausmilben gefördert wird. Katzen, Hunde und andere Haustiere sollten sich nicht im Schlafzimmer aufhalten. Da Milben ein feucht-warmes Klima benötigen, um sich zu vermehren, gibt es in der warmen Jahreszeit mehr Milben als im Winter. Dennoch treten auch in den Wintermonaten Symptome der Hausstaubmilbenallergie auf. Durch die trockene Heizungsluft sterben viele Hausmilben ab. Dabei wird eine besonders große Menge an Allergenen freigesetzt. Wenn du unter einer Hausstaubmilbenallergie leidest, solltest du deine Wohnräume möglichst staubfrei halten und vor allem das Schlafzimmer sorgfältig putzen.

Ideal gegen Milbenbefall: trockenes, kühles Klima

Trockenes kühles Klima ist ideal, um einer weiteren Verbreitung der Milben vorzubeugen. Temperatur und Luftfeuchtigkeit kannst du mit einem Thermometer kontrollieren. Hausstaubmilben fühlen sich bei mehr als 20 Grad sehr wohl. Achte deshalb im Schlafzimmer auf kühle Temperaturen. 16 bis 18 Grad Celsius sind ideal, um den Milbenbefall in den Schlafräumen zu reduzieren. Bei niedrigen Temperaturen geht auch die Luftfeuchtigkeit automatisch auf Werte zwischen 45 und 55 Prozent zurück. Dadurch vermeidest du gleichzeitig Schimmel. Zur Überprüfung der Luftfeuchtigkeit in deinem Schlafzimmer eignet sich ein Feuchtigkeitsmesser. Beim Lüften solltest du darauf achten, dass die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer, Kinderzimmer oder im Gästezimmer nicht unter vierzig Prozent sinkt. Zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann ebenso wie ein zu hoher Feuchtigkeitswert zu gesundheitlichen Problemen führen. Mit regelmäßigem Lüften sorgst du für frische Luft in deinen Schlafräumen. Damit kannst du dem Milbenbefall entgegenwirken und gleichzeitig besser schlafen. Zum Schutz der Bettwaren vor Hausmilben gibt es spezielle Umhüllungen, sogenannte Encasings. Der Milbenschutzbezug wird über Kopfkissen, Bettdecke und Matratze gezogen und verhindert, dass du mit den Hausstaubmilben oder dem Milbenkot in Berührung kommst. Am einfachsten schützt du dich vor Milben, wenn du morgens nach dem Aufstehen die Matratze aufgedeckt lässt, während das Bettzeug gründlich auslüftet. Die Feuchtigkeit, die sich über Nacht in der Matratze und der Bettdecke ansammelt, wird dadurch rasch an die Umgebungsluft abgegeben. Regelmäßiges Lüften ist gerade im Schlafzimmer besonders wichtig. Auch wenn du nicht unter einer Allergie leidest, solltest du das An- und Ausziehen unmittelbar neben dem Bett vermeiden. Beim Umkleiden lösen sich zahlreiche Hautschüppchen, die den Hausmilben als Nahrung dienen. Sensiblen Menschen wird die Verwendung einer Matratze, die milbenfeindliche Substanzen enthält, empfohlen.

Hygiene: die wichtigste Maßnahme gegen Milben

Bei der Bekämpfung von Hausmilben spielt Hygiene eine wichtige Rolle. Ihre Nahrung beziehen die Milben größtenteils aus den winzigen Hautschuppen, die sich auf Kopfkissen, in Bettdecken und Bettbezügen befinden. Deshalb solltest du die Bettwäsche regelmäßig wechseln und Kissen- und Bettbezüge sowie Bettlaken in der Waschmaschine bei 60 oder 95 Grad Celsius waschen. Mit der professionellen Reinigung von Bettdecken und Kopfkissen kannst du ebenfalls den Milbenbestand im Schlafzimmer verringern. Verwende möglichst abnehmbare Matratzenbezüge, denn diese sind waschbar und können auch bei höheren Temperaturen gewaschen werden. Eine Matratze sollte mindestens
einmal jährlich gereinigt werden. Bei einer chemiefreien Reinigung lagern sich keine Rückstände in der Matratze ab. Zwischendurch lohnt sich der Einsatz eines Matratzensaugers. Falls du keinen Allergiker-Staubsauger besitzt, verwende einfach deinen Haushaltssauger und sauge die Matratze sorgfältig ab. Kälte hat sich als zuverlässiges Mittel gegen Hausstaubmilben bewährt. Nutze die Gelegenheit, um bei trockener Kälte deine Matratzen für mehrere Stunden auf den Balkon oder die Terrasse zu stellen, um die Hausmilben abzutöten.

Matratzen und Bettwäsche sorgfältig reinigen

Staub gibt es in jeder Wohnung, unabhängig davon, wie häufig geputzt wird. Wenn du deine Wohnräume von Hausmilben befreien willst, solltest du deine Böden, Möbelstücke sowie alle Oberflächen regelmäßig mit einem feuchten Tuch reinigen. Der Staubwedel ist dazu ungeeignet, denn dabei werden die Milben nicht entfernt, sondern im Zimmer verteilt. Wenn du mit dem Staubsauger ein- bis zweimal wöchentlich deine Wohnung komplett durchsaugst, beugst du einer weiteren Verbreitung von Hausmilben vor. Achte beim Saugen darauf, dass der Bereich unter den Betten besonders sorgfältig gesäubert wird. Nach dem Staubsaugen sollten die Räume gut durchgelüftet werden. Hausmilben setzen sich nicht nur in Matratzen, sondern auch in Kuscheltieren fest. Teddybären und andere Stofftiere müssen deshalb regelmäßig in der Waschmaschine gewaschen werden. Du kannst die Kuscheltiere deiner Kinder auch über Nacht in die Tiefkühltruhe legen. Bei Minustemperaturen in der Gefriertruhe sterben die Milben ab. Die Aufbewahrung in der Kühltruhe ist auch für Textilien, Vorhänge und Bettwäsche ideal, um die Milben abzutöten. Nachdem die Spinnentierchen durch die 24-Stunden-Tiefkühlung beseitigt wurden, bleibt nur der Milbenkot zurück. Den Kot von Hausmilben kannst du beseitigen, indem du Bekleidung und Bettzeug anschließend in der Waschmaschine reinigst.

Teebaumöl – natürliches Hausmittel gegen Milben

Hausmilben kommen trotz sorgfältiger Hygiene immer wieder im Haushalt vor. Zur Bekämpfung von Hausstaubmilben gibt es spezielle Produkte wie Sprays oder Öle, die gegen Milben wirken. Mit einem Spray gegen Hausstaubmilben kannst du deine Matratzen desinfizieren, bevor du sie zum Auslüften auf den Balkon oder die Terrasse trägst. Teebaumöl ist ein natürliches und effizientes Hausmittel, mit dem du den Milbenbefall reduzieren kannst. Angeboten wird Teebaumöl meist als Spray. Du kannst Teebaumöl-Spray auch selbst herstellen, indem du Wasser mit 15 bis 30 Millilitern Teebaumöl vermischt und die Teebaumöl-Mischung in eine Sprühflasche füllst. Vor der Anwendung schüttelst du die Flasche gut durch und sprühst die Anti-Milben-Mischung dann auf deine Matratzen. Mit Teebaumöl kannst du auch Vorhänge, Teppiche, Textilien und Polstermöbel behandeln. Zur Bodenpflege gegen Hausmilben ist das ätherische Öl ebenfalls gut geeignet. Füge dem mit Wasser gefüllten Putzeimer einige Tropfen Teebaumöl zu und wische damit sorgfältig die Böden. Ebenso gut wie Teebaumöl wirken auch einige Tropfen Zitronenöl und Lavendelöl, die dem Wischwasser beigemengt werden. Bei regelmäßiger Anwendung geht der Milbenbefall deutlich zurück.

Der richtige Bodenbelag bei Milbenallergie

Um die Verbreitung von Milben einzudämmen, lohnt es sich, über den richtigen Bodenbelag nachzudenken. In Teppichböden ist mit einem hohen Milbenbestand zu rechnen. Vor allem in flauschigen Teppichen setzen sich Haare, Hautschuppen und andere Körperpartikel fest, die den Spinnentierchen als Nahrungsquellen dienen. Teppichböden müssen deshalb regelmäßig gereinigt werden. Für Hausstaub-Allergiker sind glatte Bodenbeläge wie Laminat oder Parkett, die sich einfach reinigen lassen, besser geeignet. Alle Bodenbeläge sollten im Abstand von drei bis vier Tagen feucht gewischt werden. Auf Pflanzen im Schlafzimmer verzichtest du lieber, auch wenn du nicht an einer Milbenallergie leidest. Die kleinen Spinnentiere sitzen auch in Zimmerpflanzen und geben ihren Kot an die Raumluft ab. Für ein gesundes Schlafklima ist es vorteilhafter, wenn Blumen und Topfpflanzen nicht im Schlafzimmer stehen, sondern ihren festen Platz in anderen Räumen finden.
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